weil die meisten herrschaften schon klar schiff gemacht haben, ist es hier nun auch soweit. frau tyndra wird nach langer überlegung diesmal das lif wählen.
das sind meine gedanken zu den parteien:
rettö, die linke und kpö kommen für mich grundsätzlich nicht in frage, weniger wegen ihrer ausrichtung als wegen ihrer größe und ihrem hintergrund. das sind für mich verlorene stimmen, die zwar sympathie für eine richtung ausdrücken, an der politischen landschaft aber nichts verändern.
die christen möchte ich extra benennen, weil ich mich über solche extremisten immer wieder ärgern muss. homosexuelle sind nicht krank, und frauen die abtreiben sind keine satanischen hexen. jesus hatte bestimmt nicht geplant, dass ein paar sektenmitglieder sich 2000 jahre später politisch wichtig machen werden. dessen interessen lagen wohl auf einem ganz anderen gebiet. und gott interessiert sich sowieso nicht für "parteien". jeder zugewinn für diese weltfremden pseudoweltretterInnen macht mir ernsthafte sorgen.
herr dinkhauser ist ein wichtigtuer, der von der unzufriedenheit der menschen lebt. wofür genau steht er? was will er verändern? ich weiß es nicht. dafür weiß ich aber, dass er tiroler ist und seine frau aus wien kommt. und dass er "die da oben" gerne angreift. ähnliches dürfte wohl auch allen anderen im gedächtnis geblieben sein und ich glaube, wesentlich mehr hat der mann nicht zu transportieren. und: österreich ist größer als tirol? tatsächlich? na, dann hat sein wahlkampf wenigstens für ihn persönlich große erkenntnisse gebracht und war nicht ganz umsonst.
fpö und bzö korrespondieren in keiner weise mit meiner lebenseinstellung. ich will menschen weder wegen herkunft noch wegen religion als zweitklassig behandeln. ich meine, dass ethische grundsätze und menschenrechte für inländerInnen und ausländerInnen gleichermaßen gelten. ich kann radikalismus per se nichts abgewinnen. und wesentlich ist auch der braune bodensatz, das braune gedankengut und die nicht vorhandene abgrenzung dazu. ich brauche keinen führer, der mir sagt, was ich tun soll. und ich hoffe, dass wir in österreich auch nie wieder einen solchen notwendig haben werden.
die övp ist die erste hier vorkommende partei, die man ernst nehmen könnte. frau aber nicht. ich goutiere weder den argen rechtsruck, der dort seit schüssel praktiziert wird noch das ziemlich verstaubte und schräge frauenbild, das diese partei pflegt. umweltpolitik ist nur auf dem papier vorhanden, wenn überhaupt, denn es wird "der wirtschaft" auf dem altar geopfert. es stört mich, dass "wirtschaft" grundsätzlich vor allen anderen themen vorrang hat [gemeint ist jene bestehende klientel der övp, die am unveränderten weiterbestehen der jetzigen situation festhält, um weiterhin möglichst großen profit zu haben, während gleichzeitig jede menge mitarbeiterInnen maximal ausgebeutet und/oder gekündigt werden]
kleingeistig finde ich die allermeisten aussagen der övp ebenso wie ihre derzeitigen vertreterInnen. speziell albern stellt sich mir ihr standpunkt bezüglich "homo-ehe" dar: vielleicht im stillen kämmerlein, aber keinesfalls im festlichen rahmen. meine güte! sind kirche und staat nun getrennt oder nicht? hat nicht jeder mensch das recht, einen bund fürs leben zu feiern?
frauenfragen existieren nur im rahmen der familienpolitik. dass die welt sich verändert und politik auf diese veränderten gegebenheiten reagieren muss, wird die övp wohl nie herausfinden - in 20 jahren wird sie wahrscheinlich dieselben probleme haben wie die katholische kirche. ich kann das großkotzige auftreten vieler övp-proponenten nicht leiden [ausdrücklich davon ausnehmen möchte ich herrn leitl], das sich von ganz oben bis ganz unten offenbar durchzieht.
die spö trifft meine lebenseinstellung schon eher. auf gemeindeebene wähle ich sie, weil hier die kräfte zwischen övp, spö und fpö aufgeteilt werden. deswegen zählt jede stimme, die ausdrücklich keine rechte politik unterstützt. ich weiß auch schon, wer so in 10 jahren bürgermeisterin sein wird - a., du bekommst eine vorzugsstimme ;)
grundsätzlich finde ich, dass die spö aktueller, zeitgemäßer und mit ihren themen näher an den menschen ist. ich halte es für ein gerücht, dass diese partei keine wirtschaftskompetenz hätte. es gibt statements zu allen wesentlichen themen, die für wirtschaft und menschen gleichermaßen wichtig sind.
die grünen wähle ich grundsätzlich auf bundesebene. auch diesmal ist es so, dass die grünen als einzige partei eine klare haltung und konkrete aussagen zum thema ökologie und erneuerbare energien haben. ich gehe absolut konform damit, wenn vdb sagt, genau hier läge der zukunftsmarkt. diese partei vertritt die menschenrechte ebenso vehement wie jene der frauen. da gibt´s für mich wenig zu meckern, weswegen ich schon sehr lange eine grüne stammwählerin bin.
das lif wird bei dieser wahl aktuell. ich habe heide schmidt schon damals im jahre schnee gewählt, weil ich die standpunkte teilte, die sie vertrat. sie ist eine von wenigen, die ihrer zeit voraus sind und darin vermute ich den grund, warum das lif von der bildfläche verschwand. damals konnte die breite masse nichts damit anfangen, wenn eine von frauenpolitik sprach, von persönlicher achtung der menschenrechte, von neuen ideen für die wirtschaft oder gar von ethik. ganz schlimm war es, als sie die frage aufwarf, warum hierzulande eigentlich in jedem klassenzimmer ein kreuz hängen müsse.
in fast allen belangen gehe ich mit den standpunkten und äußerungen des lif konform. die sache mit herrn haselsteiner finde ich lächerlich - welche partei hat keine großen geldgeber? warum stört sich niemand an den abhängigkeiten der anderen parteien? und warum werden sachen ausgegraben, die schon vor mehreren jahren keine substanz hergaben? atmosphärisch schwieriger sind für mich die vorgänge auf der landesliste des lif, obwohl ich natürlich weiß, dass es in allen parteien gerangel gibt.
lange habe ich überlegt, ob ich meine stimme den grünen oder dem lif geben werde. letztendlich hat das lif gewonnen. ja, die grünen brauchen stimmen, um die dritte stelle gegen die fpö zu verteidigen. aber das lif braucht stimmen, um überhaupt in den nationalrat zu kommen. ich finde es außerordentlich wichtig, mehr parteien als wählbare option zu haben, die sich nicht - na sagen wir mal: auf der rechten seite gegenseitig überbieten.
das lif soll gelegenheit haben, sich mit seiner politischen arbeit zu präsentieren und hoffentlich auch zu profilieren. und dann wird sich bei den nächsten nationalratswahlen zeigen, ob die lif-option goutiert wird. ich möchte, dass das lif die chance dazu bekommt.
posting im rahmen des endorsement 08
Rinderwahn
Vor 4 Stunden

9 Kommentare:
Herzlich Willkommen im Club! ;-)
ist wirklich schwierig diesmal, und falls das lif den einzug schafft, haben wir dasselbe dilemma vermutlich auch bei der nächsten nrwahl. eigentlich ein bisschen masochistisch, das ;)
mir graut schon wieder vor dem nach der Wahl anstehenden Koalisatonsversuchhickhack der verschiedenen Parteien *schlechtwed*
r vergessen bei *schlechtwe d*
ach günter. das wird ein ganz harmonisches miteinander. wir werden jeder partei zwanzig mediatorInnen und psychiaterInnen zur verfügung stellen, dann wird das schon ;)
Ich darf ja bekanntlich nicht wählen, aber das LiF erscheint mir eine Spur zu "emanzerisch" (du verstehst hoffentlich wie ich das meine) und das Programm ist mir auch eine Spur zu sehr von den Grünen abgekupfert. Das zusammen hinterlässt einen unangenehmen Beigeschmack. Hinzu kommt, dass ich die Heide Schmidt nicht mehr so mag und die Tatsache, dass Karin Resetarits dabei sein wird macht das Ganze irgendwie ein wenig unglaubwürdig.
Aber sonst ist deine Zusammenfassung sehr gelungen und stimme dir voll und ganz zu :-)
Sehr gute Reflektion!
Um es kurz zu machen, ein paar Einwände.
Wie ich gestern wieder hörte, beläuft sich die Schuldenlast per 2007 auf 130 mrd Euro (ich habe es nicht mehr 100%ig im Kopf, ich glaube aber, es stimmt). Das bedeutet eine jährliche Rückzahlung der Zinsen (!!also keine Schuldenverringerung) von 7 Millarden Euro. Dass angesichts dessen die ÖVP die Wirtschaftstreibenden unterstützen muss, weil sie einfach der Faktor sind, die die Wirtschaft ausmachen, liegt wohl auf der Hand. Vorteile hat man nach wie vor nicht, wenn man in Österreich Unternehmer ist!
Was an der SPÖ sehr schwerwiegend falsch läuft, sie wollen (um ihre Wähler bei Laune zu halten) aus der leeren Tasche ausgeben, als würden sie aus dem vollen schöpfen. Das funktioniert nicht. Wie man außerdem als soziale Kraft, die Senkung der Mwst für Lebensmittel als sozial ausgewogene Entlastung verkaufen kann, zeigt von ausgesprochener wirtschaftlicher Inkompetenz!
Warum wählst du Grün auf Bundesebene? Wo ist da der Unterschied? Meinst du, sie packen eine bundesweite Politik nicht und es fehlt ihnen dazu der Überblick? Die Grünen finde ich als IDEALEN Koalitionspartner und gerade deshalb gehört ihnen jetzt eine Stimme!
LIF und Jahre Schnee, damals habe ich ihnen auch bei ihrer ersten Wahl meine Stimme gegeben. Frau Schmidt ist für meine Begriffe sehr kompetent. Ihr fehlt ein bisschen, auch dem kleinen Mann zu erklären, worum es geht. Das kann sie nicht, da ist sie zu sehr abgehoben. Das Wahlprogramm, ich wiederhole mich, ist mir zu allgemein gehalten, sie sollte da viel mehr ins Detail gehen. Das LIF muss unbedingt als Partei weiterhin bestehen bleiben und sollte nicht mehr von der Bildfläche verschwinden. Als Koalitionspartner sehe ich H.Schmidt zu wenig kooperativ und das ist schlussendlich notwendig, wenn man keine Alleinregierung schaffen kann.
Und was soll ich jetzt wählen?
in meinem wohnort gibt es keine grünen, ich kann sie also nur auf landes- oder bundesebene wählen. das ist der hintergrund dazu.
dass ein vernünftiges wirtschaftsprogramm gefahren werden muss, ist für mich klar. ich glaube nur nicht, dass die övp als einzige dazu antworten hat.
die mehrwertsteuersenkungsidee finde ich auch extrem schildbürgerhaft, darüber überhaupt zu diskutieren ist einfach albern.
dem lif steht natürlich noch sehr viel detailarbeit bevor, was die genauen positionen in allen bereichen betrifft. immerhin war diese partei lange quasi nicht existent, deswegen möchte ich ihnen zeit geben, sich klar zu strukturieren.
frau schmidt ist keine, die tatsächlich mit der hausfrau um die ecke oder dem herrn am stammtisch sinnvoll diskutieren könnte. aber jede/r kandidatIn spricht bestimmte zielgruppen an, wichtig ist, dass sie sich leute ins team holt, die haben, was sie eben nicht hat.
kooperativ sehe ich sie eigentlich schon, ich glaube, dass sie in einer koalition sehr konstruktiv arbeiten könnte. ist aber nur eine einschätzung aus der ferne.
ich bin gespannt, wann du wegen dem kreuzchen mit dir ins reine kommst. ich habe diesmal auch sehr lang überlegt. aber: ist ja noch ein bisschen zeit! :)
http://maschi.twoday.net/stories/5218738/
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