Dienstag, 20. Dezember 2011

übersättigt

findet ein eu-gipfeltreffen statt, werden als erstes nicht die inhalte oder möglichen ergebnisse analysiert, sondern ihre wirkung auf den finanzmarkt.

beim euro-rettungsschirm für griechenland (wo virtuelle milliarden die kein land hat auf noch mehr virtuelle milliarden aufgeblasen wurden, die "im ernstfall" niemals real aufgebracht werden könnten) ging es weniger um die tatsächliche finanzielle konsolidierung als um vertrauensbildende maßnahmen für den finanzmarkt.

es wurde zu der zeit sogar bemängelt, die eu reagiere zu langsam und sei für die anforderungen des finanzmarktes zu träge.

der neue griechische staatschef bat den finanzmarkt um eine schonfrist, bevor dieser ihn beurteile.

der nordkoreanische diktator kim jong il stirbt, mögliche politische szenarien werden weniger debattiert als die wirkung seines todes auf den finanzmarkt.

vielleicht wäre es gut, einmal das diesbezügliche hyperventilieren ein wenig einzubremsen und sich gedanken darüber zu machen, wer der finanzmarkt eigentlich ist.

korrigiert mich wenn ich mich irre: menschen mit ausreichend geld verschieben dieses ohne wesentliche ethische, moralische, demokratische, rechtliche und/oder steuerliche verpflichtungen /hürden dorthin, wo es noch mehr gewinn bringt.

ich weiß auch nicht, ob es nur mir so geht. aber: ich finde, da entsteht gerade eine recht grobe schieflage.