was immer wir tun - die daten darüber werden gesammelt und genutzt. die reihe und sitznummer im flugzeug. wann wir mit wem wie lang telefonieren. wie oft wir welche produkte einkaufen. wie pünktlich wir unsere rechnungen bezahlen. welche seiten wir ansurfen und mit wem wir e-mail-verkehren.
um den todestag und die todesursache einer nahen verwandten herauszubekommen, habe ich letzte woche bei stadtämtern, magistraten, friedhofsverwaltungen, begräbnisinstituten und letztendlich in krankenhäusern angerufen.
die erste antwort war immer: datenschutz! da kann man noch so verwandt sein, ein sterbefall ist offenbar eine hochsensible information mit stacheldraht drumherum.
ich habe bei ausnahmslos allen anrufen erlebt, dass menschen erst einmal abblocken, weil sie angst haben es könnte herauskommen, dass sie etwas gesagt haben. selbst bei erklärung des verwandtschaftsverhältnisses mussten viele mitgefühl und/oder hausverstand erst einmal gegen die angst abwägen. herausgekommen ist bei allen dann eine 70:30-lösung - jeder gab mir ein fitzelchen an information, damit ich einen anhaltspunkt für die weitere recherche hatte.
mal ehrlich: ich habe nicht nach inkontinenz, heimlichen liebhabern oder der letzten steuerklärung gefragt. ich hatte offenbar nur den nachteil, dass ich diese information nicht für bezahlte werbung oder zur aufrechterhaltung der sicherheit gegen terroristen verwendet habe.
die ganze sache macht mich schon ein bisschen nachdenklich.
zur ehrenrettung und als nachahmenswertes beispiel: im krankenhaus - der letzten stelle der recherche - habe ich ungeteilte zuwendung erlebt. die schwester in der
betreffenden station wollte meine mitgebrachten papiere nicht sehen, die
mich als verwandte auswiesen. die hat sich einfach mal 20 minuten zeit
genommen und ein sehr einfühlsames, offenes und informatives gespräch
mit mir geführt.
im blickfeld
mein virtuelles gedanken-memory
Freitag, 16. März 2012
Sonntag, 19. Februar 2012
pensionsdebatte
ich finds ja immer wieder herrlich, wenn zum stopfen der leeren kassen mal wieder das pensionsalter angehoben werden soll bzw. wird. das ist eine sehr elegante lösung: dadurch wird die verantwortung direkt an die menschen abgeschoben. und die sollen dann halt mal schauen, dass sie arbeit finden.
ein hohn in einer nach jugend, schönheit und leistung gierenden billiggesellschaft.
die stellenangebote suchen im schnitt nach mindestens fünfsprachigen uniabsolventInnen mit dreifachem doktor, auslandsaufenthalten und 20 jahren erfahrung. die sekretariate sollen von mindestens kaufmännischen maturantInnen mit fundiertem technischem wissen betreut werden und das marketing geht da auch gleich mit. buchhaltung ist sowieso allgemeinwissen. allen gemeinsam ist: das alles höchstens im alter von 18 - und bezahlt wird dann nach praktikantenniveau.
ganz offen gefragt: wer stellt eine 56jährige person ein? ich glaube, da reden wir von einem höchstens 1stelligen prozentbereich der betreffenden firmen. die erfahrung dieser menschen ist nicht so viel wert wie die vorurteile, die wir gegen "alte" leute haben: nicht flexibel, dusselig, kennt sich mit neuen medien nicht aus, kann nichts mehr lernen, ist zu langsam, etc.
in einiger zeit wird man sich dann wundern, wieso wir eine so immense altersarbeitslosigkeit haben. und selbstverständlich werden nicht die schlechten bedingungen schuld sein, die sich "alten" leuten darstellen - sie werden dann nämlich selbst an ihrer arbeitslosigkeit schuld sein (weil sie alt, dumm und dusslig sind).
ein hohn in einer nach jugend, schönheit und leistung gierenden billiggesellschaft.
die stellenangebote suchen im schnitt nach mindestens fünfsprachigen uniabsolventInnen mit dreifachem doktor, auslandsaufenthalten und 20 jahren erfahrung. die sekretariate sollen von mindestens kaufmännischen maturantInnen mit fundiertem technischem wissen betreut werden und das marketing geht da auch gleich mit. buchhaltung ist sowieso allgemeinwissen. allen gemeinsam ist: das alles höchstens im alter von 18 - und bezahlt wird dann nach praktikantenniveau.
ganz offen gefragt: wer stellt eine 56jährige person ein? ich glaube, da reden wir von einem höchstens 1stelligen prozentbereich der betreffenden firmen. die erfahrung dieser menschen ist nicht so viel wert wie die vorurteile, die wir gegen "alte" leute haben: nicht flexibel, dusselig, kennt sich mit neuen medien nicht aus, kann nichts mehr lernen, ist zu langsam, etc.
in einiger zeit wird man sich dann wundern, wieso wir eine so immense altersarbeitslosigkeit haben. und selbstverständlich werden nicht die schlechten bedingungen schuld sein, die sich "alten" leuten darstellen - sie werden dann nämlich selbst an ihrer arbeitslosigkeit schuld sein (weil sie alt, dumm und dusslig sind).
Samstag, 18. Februar 2012
begrenzte neugier
ich verstehe einmal mehr den zirkus nicht, der um eine bekanntermaßen drogen- und alkoholsüchtige prominente gemacht wird. wie schon bei frau winehouse frage ich mich bei frau houston wieder:
was spielt es eigentlich für eine rolle, ob sie nun nur an alkohol, an alkohol+drogen, an alkohol+medikamenten, an drogen+medikamenten oder an alkohol+drogen+medikamenten gestorben ist? (oder an sonst einer variante, die mir als laien unbekannt ist)
was spielt es eigentlich für eine rolle, ob sie nun nur an alkohol, an alkohol+drogen, an alkohol+medikamenten, an drogen+medikamenten oder an alkohol+drogen+medikamenten gestorben ist? (oder an sonst einer variante, die mir als laien unbekannt ist)
Freitag, 17. Februar 2012
elefant im porzellanladen
wir haben seit einer woche eine neue arbeitskollegin. die ist insofern bemerkenswert, dass sie es schon nach 2 tagen geschafft hatte, allen wesentlichen leuten unangenehm aufzufallen. und zwar durch fehlenden benimm. oder übergroßes ego. oder beides. ein paar highlights aus den vergangenen 5 tagen:
tag 1: büromaterial. ich hatte ihr so 1cm hoch aktenhüllen vorbereitet. aber farblose sind für madame nicht gut genug, sie will färbige. also bedient sie sich kurzerhand ein zweites mal beim büromaterial, kommt mit einem 5cm hohen stoß färbiger hüllen zurück und vermeldet, dass jetzt neue zu bestellen wären, da sie alle genommen hat.
tag 2: prioritäten. morgens stempelt sie erstmal ein, danach nimmt sie ein privates telefonat - immerhin noch mit ihrem privathandy - in angriff. es dauert eine viertelstunde und wir müssen alle mithören, da sie mit ihrem gegenüber ein lautes streitgespräch führt. danach beschwert sie sich darüber, dass die sorte tee die sie bevorzugt, nicht mehr in unserer küche vorhanden ist.
tag 3: positionierung. unser büro bekommt eine schachtel mit 8 krapfen von einer firma geschenkt. die steht in der gemeinschaftsküche. als madame mitbekommt, dass es wieder was umsonst gibt (ihre teemarke wurde ja immer noch nicht nachgekauft), startet sie sofort in die küche und kommt mit einem krapfen zurück. dass dort ein messer lag um die zu teilen ignorierte sie geflissentlich. sie wusste auch, dass wir 25 leute sind - aber hauptsache, madame kommt nicht zu kurz.
tag 4: gleich nach ihrem eintreffen nimmt sie ein privates gespräch an ihrem firmentelefon entgegen. 20 minuten dauergequatsche in gefühlten 250 db folgen. sie macht sich mittags auch bei den kolleginnen unbeliebt, die bisher noch nix mit ihr zu tun hatten. immerhin wissen wir alle nach der gemeinsamen mittagspause dinge aus ihrem leben, die wir nie erfahren wollten. dafür musste sonst niemand von uns reden.
tag 5: ich löse meine wettschuld ein und bringe krapfen vom jindrak für 5 bestimmte arbeitskolleginnen mit. ich lege sie auf meinen schreibtisch und sage der ersten kollegin, dass sie kommen und sich was nehmen soll. die ist noch nichtmal bei mir, steht madame schon da und fragt, was es denn da gutes gibt. ich sage ihr, dass sich erst einmal die kolleginnen 1, 2, 3, 4 und 5 bedienen. sie zieht beleidigt ab.
davon abgesehen fällt sie jedem ins wort, auch wenn niemand sie gefragt oder angesprochen hat. sie beglückt alle mit ihren bedürfnissen, weil sie sich tatsächlich für den mittelpunkt der erde hält. sie belehrt wahllos kolleginnen, auditoren und besucher, obwohl sie keinen tau von der materie hat.
am montag werden meine kollegin und ich ein ernsthaftes gespräch mit ihr führen. ich glaube zwar nicht, dass das irgendetwas bewirken wird - aber meine kollegin meint, wir müssten fair sein, ihr ehrlich sagen was wir von ihr erwarten und dann sehen, ob sie das versuchen kann oder will. ok. gibts halt noch eine woche highlights vom nabel der welt ^^
tag 1: büromaterial. ich hatte ihr so 1cm hoch aktenhüllen vorbereitet. aber farblose sind für madame nicht gut genug, sie will färbige. also bedient sie sich kurzerhand ein zweites mal beim büromaterial, kommt mit einem 5cm hohen stoß färbiger hüllen zurück und vermeldet, dass jetzt neue zu bestellen wären, da sie alle genommen hat.
tag 2: prioritäten. morgens stempelt sie erstmal ein, danach nimmt sie ein privates telefonat - immerhin noch mit ihrem privathandy - in angriff. es dauert eine viertelstunde und wir müssen alle mithören, da sie mit ihrem gegenüber ein lautes streitgespräch führt. danach beschwert sie sich darüber, dass die sorte tee die sie bevorzugt, nicht mehr in unserer küche vorhanden ist.
tag 3: positionierung. unser büro bekommt eine schachtel mit 8 krapfen von einer firma geschenkt. die steht in der gemeinschaftsküche. als madame mitbekommt, dass es wieder was umsonst gibt (ihre teemarke wurde ja immer noch nicht nachgekauft), startet sie sofort in die küche und kommt mit einem krapfen zurück. dass dort ein messer lag um die zu teilen ignorierte sie geflissentlich. sie wusste auch, dass wir 25 leute sind - aber hauptsache, madame kommt nicht zu kurz.
tag 4: gleich nach ihrem eintreffen nimmt sie ein privates gespräch an ihrem firmentelefon entgegen. 20 minuten dauergequatsche in gefühlten 250 db folgen. sie macht sich mittags auch bei den kolleginnen unbeliebt, die bisher noch nix mit ihr zu tun hatten. immerhin wissen wir alle nach der gemeinsamen mittagspause dinge aus ihrem leben, die wir nie erfahren wollten. dafür musste sonst niemand von uns reden.
tag 5: ich löse meine wettschuld ein und bringe krapfen vom jindrak für 5 bestimmte arbeitskolleginnen mit. ich lege sie auf meinen schreibtisch und sage der ersten kollegin, dass sie kommen und sich was nehmen soll. die ist noch nichtmal bei mir, steht madame schon da und fragt, was es denn da gutes gibt. ich sage ihr, dass sich erst einmal die kolleginnen 1, 2, 3, 4 und 5 bedienen. sie zieht beleidigt ab.
davon abgesehen fällt sie jedem ins wort, auch wenn niemand sie gefragt oder angesprochen hat. sie beglückt alle mit ihren bedürfnissen, weil sie sich tatsächlich für den mittelpunkt der erde hält. sie belehrt wahllos kolleginnen, auditoren und besucher, obwohl sie keinen tau von der materie hat.
am montag werden meine kollegin und ich ein ernsthaftes gespräch mit ihr führen. ich glaube zwar nicht, dass das irgendetwas bewirken wird - aber meine kollegin meint, wir müssten fair sein, ihr ehrlich sagen was wir von ihr erwarten und dann sehen, ob sie das versuchen kann oder will. ok. gibts halt noch eine woche highlights vom nabel der welt ^^
om
ich: dein zeugnis sieht aber aus wie ein schlachtfeld
sohn: das ist nur vorübergehend!
ich: das will ich doch arg hoffen ...
sohn: und ausserdem ist es kein zeugnis, sondern nur eine schulnachricht!
achso! na dann is ja alles ok ^^
sohn: das ist nur vorübergehend!
ich: das will ich doch arg hoffen ...
sohn: und ausserdem ist es kein zeugnis, sondern nur eine schulnachricht!
achso! na dann is ja alles ok ^^
Mittwoch, 08. Februar 2012
rätsel
arantxa sanches-vicario fand ich immer sehr cool. sie war einfach nicht so puppig wie viele der anderen spielerinnen zu ihrer aktiven zeit und aus irgendeinem grund war sie mir immer sehr sympathisch.
gerade stolperte ich über einen artikel über sie - mit der schönen überschrift:
gerade stolperte ich über einen artikel über sie - mit der schönen überschrift:
Ex-Tennis-Star Arantxa Sanchez verklagt ihre Eltern
wer sich die mühe macht das bis zum ende zu lesen möge mir bitte die frage beantworten: na wer klagt jetzt wen?Sonntag, 05. Februar 2012
sippenhaftung
ich kann nur hoffen, dass alle meine verwandten brav ihre strafzettel zahlen! und sich selbstverständlich in der öffentlichkeit ordentlich benehmen, nicht zu schnell über die straße gehen und auch wirklich jeden tag zur selben zeit nach hause kommen. oder so. und hoffentlich befinden sich in meiner großteils unbekannten ahnenreihe auch keine leute, aus deren verhalten mir heute ein strick gedreht werden könnte.
manchmal habe ich wirklich das gefühl, dass die reine willkür hierzulande immer noch über alles geht.
manchmal habe ich wirklich das gefühl, dass die reine willkür hierzulande immer noch über alles geht.
Sonntag, 29. Jänner 2012
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